
Gensungen – Sie haben erneut etwas Anlauf genommen, die Handballer der ESG Gensungen/Felsberg. Wie schon beim 33:24-Heimsieg (nach 4:8-Rückstand) über die HSG Pohlheim und beim 32:26-Erfolg (nach 0:3) in Petterweil. Nun lag das Team von Trainer Fynn Welch gar mit 6:11 nach 17 Minuten zurück, um letztlich mit 34:31 (15:16) gegen die TSG Offenbach-Bürgel auch das vierte Spitzenspiel der noch jungen Spielzeit für sich entscheiden zu können und somit die Tabellenführung auszubauen vor der kleinen Pause in der Regionalliga. Weiter geht‘s am 18. Oktober in Obernburg.
„Wir waren ein bisschen zu verkopft“, gab sich ESG-Rückraumspieler Vince Schmidt selbstkritisch. Sein Trainer Welch haderte damit, „dass wir anfangs zu wenige Eins-gegen-eins-Duelle gewonnen haben.“ Da die Südhessen zudem in der Deckung angeführt von Spielertrainer Nico Büdel, Yannick Ahouansou und Timo Kaiser ordentlich ackerten, gaben sie zunächst die Richtung vor. Etwas überraschend, schließlich hatten die Bulls kurzfristig auf ihren Abwehrspezialisten Edi Pjanic (erkrankt) sowie Bennet Köbe (Fußverletzung) verzichten müssen.
Der 6:11-Rückstand hätte sogar noch deutlicher ausfallen können, wenn die TSG bis dahin nicht dreimal Pfosten oder Latte getroffen hätte und Lukas Voß nicht ein verlässlicher Rückhalt gewesen wäre. Vor allem aber glückte es dem Hünen zwischen den Pfosten, den Offenbachern Respekt einzuflößen und die Halle in Wallung zu bringen. „Wir waren in der Abwehr gegen einen sehr guten Gegner zunächst zu passiv. Dann aber ist es uns gelungen, das Kampfspiel anzunehmen und das Publikum mitzunehmen“, erklärte Voß.
Tor um Tor holten die Edertaler auf und nutzten dabei eindrucksvoll die neue Tiefe im Kader. Struktur brachte Führungsspieler Jona Gruber nach seiner Hereinnahme in die Partie (15.), deutlich mehr Tempo in die Angriffe der ESG kam nach der Einwechslung des A-Jugendlichen Denny Bikic (26.). „Wir sind uns unserer Stärke bewusst, dass wir Qualität nachlegen können und waren sicher, dass der Gegner irgendwann müde wird“, erklärte Schmidt, der auf Zuspiel von Bikic auf 13:15 verkürzte (27.), ehe er Teja Sonnenschein den Treffer zum 15:16-Pausenstand auflegte (30.).
Per Doppelschlag sorgte Schmidt für die erste Führung (32.). Da hatten 50 der 600 Zuschauer noch gar nicht wieder ihre Plätze eingenommen. Um sich an der stärksten Phase des Topspiels ergötzen zu können. Denn mit einem 8:3-Lauf binnen neun Minuten bogen die Männer in den grünen Trikots auf die Siegerstraße ein. Nach eleganten Wacklern von Schmidt lieferte Maximilian Lippold das Meisterstück nach einer Flugeinlage, sodass er einen nicht ganz gelungenen Gegenstoßpass von Julian Damm doch noch zum 23:19 veredeln konnte (40.).
Als dann auf der Gegenseite Ex-Nationalspieler Büdel die Rote Karte sah (41.), auch wenn er dabei seine Unschuld beteuerte, war die Partie, in der die Schiedsrichter auf beiden Seiten ohne klare Linie agierten, entschieden. „Wir haben die Ruhe bewahrt, auch wenn wir weiter Verbesserungsbedarf in unserem Spiel sehen“, betonte Welch, was sein Torwart bestätigt: „Wir sind gut beraten, wenn wir weiterhin demütig bleiben“, sagte Voß, dessen Mannschaft die TSG bis zum Schluss auf mindestens drei Tore Abstand halten konnte.SEBASTIAN SCHMIDT
ESG: Voß (17 P./30 GT.), Kowalski (0/1) – Iffert 1, Sonnenschein 3, Bikic, Schmidt 8, Backhaus 2, Otto, Bieber 4, Gruber 3, Damm 3, Fitozovic, Lippold 2, Kirchhoff, Kothe 4, Garde 4/3.
TSG: P. Gutknecht (6/29), Eberhardt (1/5) – L. Kaiser, L. Gutknecht, Ahouansou 4, Prüfert 2, Büdel 4, Lenort 8/2, Gaydoul 6, Hofmann 4, Schlereth 2, Röhr, T. Kaiser 1, Galan Garcia.
SR: Eric Hartmann/Timo Thomsen. Z: 600.
Siebenmeter: 3/5:3/4.
Zeitstrafen: 12:4-Minuten.
Rote Karte: Büdel (41.).
Quelle: HNA Homepage