
Gensungen – Nach acht Spieltagen und acht Siegen läuft es für die ESG Gensungen/Felsberg wie am Schnürchen. Am neunten Spieltag könnte der Aufstiegszug des heimischen Handball-Regionalligisten gar noch mehr Fahrt aufnehmen. „Wir haben die Chance, uns etwas abzusetzen und den Druck auf die Konkurrenz zu erhöhen“, weiß Vince Schmidt vor dem Spitzenspiel bei der HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim (So. 17.15 Uhr, Hans-Jürgen Portmann Halle). Genau das haben der Rückraumspieler, mit 44 Treffer derzeit der erfolgreichste Torschütze des Tabellenführers, und seine Mannschaft vor, getrieben auch von Revanchegelüsten. Schließlich kassierte sie in der vergangenen Saison gegen die Südhessen erstmals zwei Niederlagen.
Derlei Novum macht dem Verfolger Mut, unterstreichen diese Ergebnisse laut Gilles Lorenz die „Aufwärtsentwicklung“ beim Tabellenzweiten. Auch das Saisonziel, ein Platz unter den ersten Vier, zeigt, dass sich die HSG zumindest zuhause, wo die Schimmelbauer-Schützlinge eine weiße Weste haben, auf Augenhöhe mit den Nordhessen sehen. „Wir wollen Gensungen die erste Niederlage zufügen“, lautet daher die Zielsetzung des Sportlichen Leiters. Das entspricht dem „eigenen Anspruch“, aber auch der Notwendigkeit, den Anschluss zur Spitze zu wahren. Und das gelingt nur mit dem fünften Heimsieg in Folge.
Schuld daran: Die „unnötige“ 26:29-Niederlage in Baunatal, als die Mannschaft im Angriff patzte und nach einem 9:17-Rückstand (31.) zu spät den Schalter umlegte. Was aber am positiven Gesamttrend, so der stellvertretende Schulleiter, nichts ändert: „Die jungen Spieler entwickeln sich gut, wobei wir personell bisher noch gar nicht aus dem Vollen schöpfen konnten.“ Gegen den Tabellenführer entspannt sich die Lage allerdings. Bis auf Rückraumspieler Tom Klein hat Tobias Schimmelbauer alle Mann an Bord. Auch Rückkehrer Philipp Osterhaugen und damit wieder einen Linkshänder in der Aufbaureihe.
Prunkstück ist indes die 3:2:1-Deckung der Gastgeber um Neuzugang Simon Vormbrock (vom Drittligisten Bielefeld) und vor dem exzellenten Torwartduo Quandt/Schermuly, das bisher die wenigsten Gegentore der Regionalliga schlucken musste. Und das nun auf den besten Angriff der Liga trifft, der derart offensive Defensivsysteme allerdings nicht allzu sehr mag. Umso besser, dass den Gäste (wahrscheinlich) wieder mehrere Optionen der bei der Spielsteuerung zur Verfügung stehen.
„Viel Bewegung“ fordert Max Bieber von seinen Nebenleuten, „um so unsere Zweikampfstärke auszuspielen.“ Der (weitgehend) wiedergenesene Jona Gruber hofft, „dass wir diesmal besser ins Spiel finden und von Beginn an dominieren.“ Daran haperte es in den letzten Spielen, was am Gensunger Siegeszug nichts änderte, der nichtdestotrotz noch Steigerungsmöglichkeiten offenbarte, die in der Höhle des Löwen ausgeschöpft werden sollen.
Trainer Fynn Welch strahlt Zuversicht aus („Wenn die Mannschaft gefordert war, hat sie bisher immer geliefert“) und hat ein klares Anforderungsprofil: „Vorne kreative Lösungen finden, hinten in den zu erwartenden 1:1-Situationen bestehen und mit einem starken Rückzug die erste und zweite Welle des Gegners unterbinden.“ Sollte das gelingen, wäre in der Tat ein nächster „großer Schritt“ (Welch) Richtung des großen Ziels möglich.
Quelle: HNA Homepage