
Bruchköbel – Die Zweifel waren letztlich unbegründet. Die Bedenken der Fans der ESG Gensungen/Felsberg etwa, ob denn ihre Mannschaft nach dem Ende ihrer eindrucksvollen Siegesserie durch die schmerzhafte Derbyniederlage in Baunatal den Schalter postwendend wieder umlegen könnte. Sie konnte, wenn auch mit etwas Anlauf. Mit einem 33:29 (17:17)-Erfolg bei der SG Bruchköbel kehrte der Spitzenreiter der Handball-Regionalliga auf die Erfolgsspur zurück und sicherte sich damit vorzeitig die Halbzeitmeisterschaft.
Allerdings bedurfte es eines langen Atems der Gäste, um im zwölften Spiel den elften Saisonsieg zu feiern. Denn: Die Partie war lange ausgeglichen, stand bis zur 46. Minute gar auf des Messers Schneide. Da verkürzte SG-Kreisläufer Luca Junker in Überzahl bei einer Zeitstrafe für Fynn Welch (wegen Meckerns) auf 23:24.
Doch die Mannschaft ließ ihren Coach nicht im Stich. Mit einem 3:0-Lauf (Damm, Gruber, Backhaus) zum 23:27 (48.) verschafften sich die Nordhessen erstmals etwas Luft, doch gebrochen war des Außenseiters Widerstand noch immer nicht. Mittelmann Wolff und Rechtsaußen Fuchs brachten ihn wieder auf zwei Tore heran (49.).
Zum letzten Mal gelang das Torjäger Weit mit seinem zehnten Treffer zum 26:28, ehe Max Bieber und Teja Sonnenschein mit einem vorentscheidenden Doppelschlag die Weichen auf Sieg stellten (57., 26:30). Denn: Diese Führung brachten die Edertaler sicher ins Ziel.
„Natürlich ist die Erleichterung groß“, erklärte ESG-Coach Welch, „doch ich hatte während der gesamten Partie ein gutes Gefühl.“ Auch in der ausgeglichen ersten Halbzeit, genährt durch eine ansprechende Angriffsleistung gegen Bruchköbels offensive Deckung. Und angeschoben von der frühen Einwechslung der spielstarken Edin Fitozovic und Jona Gruber.
Allerdings: Einer überragte alle und verzückte den mitgereisten Anhang. Max Bieber nämlich, der zehn der 17 Gensunger Tore in der ersten Hälfte erzielte. „Unfassbar“, staunte auch Fynn Welch nicht schlecht über die „herausragende individuelle Leistung“ seines Schützlings. Dass die Gastgeber trotzdem so lange dranblieben, lag am starken Rückraum um den treffsicheren Dennis Weit. „Da waren wir in den Zweikämpfen oft zu spät am Mann“, kritisierte der ESG-Trainer.
Das änderte sich erst in der Schlussphase, in der Hannes Iffert und Franco für zusätzliche Stabilität in Gensungens 6:0-Deckung sorgten. Noch früh genug, um die Derbyniederlage wieder gut zu machen.RALF OHM
ESG: Voß, Kowalski; Iffert, Sonnenschein 2, Schmidt, Backhaus 3, Otto, Bieber 15, Gruber 3, Damm 3, Bikic, Fitozovic 2, Lippold, Kothe 2, Garde 3/4, Rossel.
SR: Markovic/Rohs.
Siebenmeter: 1/1:3/4.
Zeitstrafen: 12:14-Min.
Zuschauer: 300.
Quelle: HNA Homepage