
Gensungen – Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht, die Handballer der ESG Gensungen/Felsberg. Ihre Laufpläne in der Pause zur Zufriedenheit von Trainer Fynn Welch erledigt. Somit geht der vorzeitige Halbzeitmeister gestärkt ins erste Spiel des Jahres, welches den Abschluss der Hinrunde in der Regionalliga bedeutet. Und es noch einmal in sich hat, weil es gegen den TV Groß-Umstadt zum Duell zweier ehemaliger Zweitligisten kommt (Sa. 19.30 Uhr, Kreissporthalle Gensungen).
Hinter dem TV liegen allerdings bewegte Jahre. In der Saison 2010/11 als größter Erfolg eine Spielzeit in der 2. Liga, bis 2017 in der 3. Liga, anschließend weitere Abstiege in die Oberliga und Landesliga (2024). Dann aber übernahm Philipp Keller als Spielertrainer. Als Vereinslegende nach 26 Jahren in Nieder-Roden, davon zwölf Jahre in der 3. Liga. Unter der Regie des 34-Jährigen gelang der sofortige Wiederaufstieg in der Süd-Staffel und inzwischen auch ein Erfolgslauf in der Regionalliga. 12:2-Punkte holte Groß-Umstadt zuletzt – länger ist aktuell kein Team der Liga ungeschlagen.
Wenig Wunder, dass das auch beim Spitzenreiter Eindruck schindet. „Sie haben einen guten Mix und stellen ihre Gegner mit ihrer unorthodoxen Abwehr vor Probleme“, lobt Welch die Südhessen. Der treffsichere Linkshänder mit Drittliga-Erfahrung im rechten Rückraum, Luca Braun, und der abwehrstarke Mittelmann David Acic sind weitere Stützen des starken Neulings, der bei seinem Siegeszug auch nicht vor dem GSV Eintracht Baunatal (31:26) Halt machte, der eine Woche zuvor Gensungen beim 31:28 die einzigen Punktverluste dieser Spielzeit beigebracht hatte.
„Noch sind wir nicht aufgestiegen und dürfen uns nicht von dem beeinflussen lassen, was an uns herangetragen wird“, betont Welch gebetsmühlenartig. Als absolutes Positivbeispiel kann er Hannes Iffert nennen. Den Kapitän, der sich vor seinem letzten Halbjahr als Handballer befindet und sich im Training ebenso entschlossen wie locker präsentiert. Daran können sich besonders die jungen Akteure ein Beispiel nehmen. Luca Pickenhahn etwa, der seinen Mittelfußbruch auskuriert hat und wieder voll im Training steht. Was bis auf Jannik Bitter (Knorpelschaden im Fuß/Saisonende) für alle in Grün und Gelb gilt, sodass es nicht alle davon auf den Spielbericht schaffen werden.
Luxusprobleme, ganz im Sinne des Trainers, der großen Wert auf die Breite im Kader legt, um situativ optimal reagieren zu können. Weswegen die 15-Tore-Gala von Max Bieber beim 33:29-Sieg der ESG in Bruchköbel eher als Ausnahme zu werten ist. Wobei der Handball-Lehrer ebenso betont: „Wenn Bibo sich fit fühlt, die Tore macht und wir gewinnen, ist alles fein.“SEBASTIAN SCHMIDT
Quelle: HNA Homepage