
Pohlheim – Auch ein Tabellenführer muss schon mal leiden. Besonders dann, wenn er ausnahmsweise einen durchwachsenen Tag erwischt. Wie die ESG Gensungen/Felsberg. Der Primus der Handball-Regionalliga quälte sich nach zwei vorausgegangenen Kantersiegen zu einem 26:24 (10:10)-Erfolg im Hessenderby bei der HSG Pohlheim und bleibt damit auf Aufstiegskurs.
„Ein hartes Stück Arbeit“, gestand ESG-Trainer Welch. Warum? „Weil wir uns im Angriff über 60 Minuten gegen einen kampfstarken Gegner richtig schwer getan haben.“ Der drehte nach einem 3:5-Rückstand (13.) so richtig auf. Provozierte mit einer offensiven 3:2:1-Deckung fortan so manchen Edertaler Fehlwurf. Und gewann „zu viele“ (Welch) Zweikämpfe. Die Folge: ein 3:0-Lauf zum 6:5 (18.) und ein weiterer zum 10:8 (29.).
Dabei war Routinier Weinandt, besonders in der zweiten Welle, kaum zu halten. Als weiteres Hindernis für den Favoriten entpuppte sich der starke HSG-Torwart Joshua Laudt. Auch das Fehlen eines Linkshänders im Rückraum nach dem Ausfall von Jannis Kothe konnten die Gensunger nicht so gut wie in den letzten Spielen kompensieren. Immerhin sorgten Jona Gruber und Ben Backhaus noch vor dem Wechsel für den Ausgleich.
Danach kam die ESG, gestützt auf eine kompakte Deckung, besser auf Touren. Was auch ein Verdienst des starken Teja Sonnenschein war. „Ich bin auch zunächst schwer reingekommen, konnte aber nach der Pause die sich bietenden Räume besser nutzen“, erklärte der Linksaußen seine „Explosion“.
Nach seinem achten Treffer zum 16:20 (47.) schien sich die Vorentscheidung anzubahnen, doch die Mittelhessen kamen in doppelter Überzahl nochmal zurück. Allerdings: Auf die Pohlheimer Ansätze einer Aufholjagd hatten die willensstarken Gäste stets eine Antwort.
Als Torben Weinandt und Jonathan Martenstein auf 20:22 verkürzen konnten (52.), konterten Edin Fitozovic und Vince Schmidt zum 20:24 (56.). Auch das war`s noch nicht, erst das 22:25 (57.), Fitozovic`vierter Treffer, zog den tapferen Pohlheimer endgültig den Zahn.
Natürlich war Fynn Welch mit der Leistung seiner Mannschaft trotzdem nicht zufrieden. Interpretierte den phasenweise verkrampften Auftritt aber als Warnung, „dass wir noch längst nicht am Ziel sind.“ In der Hoffnung, dass sie vor den kommenden beiden schweren Aufgaben gegen Verfolger Petterweil (Sa.) und in Offenbach auch bei seinen Spielern ankommt. Außerdem: Spielerisch glänzen macht natürlich mehr Spaß als leiden.RALF OHM
ESG: Voß, Kowalski; Iffert, Sonnenschein 8, Schmidt 2, Backhaus 4, Otto 1, Bieber 2, Gruber 3, Damm, Bikic, Fitozovic 4, Lippold, 1, Kirchhoff, Garde 1/1, Rossel.
SR: Reuther/Tobiasch.
Siebenmeter: 2/1: 4/4.
Zeitstrafen: 4:6-Min.
Quelle: HNA Homepage