Gensungen/Wunstorf – „Alle sind bereit, alle sind heiß“, sagt Heinrich Wachs, Trainer der ESG Gensungen/Felsberg. Und sein Kapitän Kothe: „Es muss jetzt endlich losgehen, wir brauchen den Wettkampfmodus.“ Keine Frage, die Spieler des Aufsteigers scharren nach 12-wöchiger intensiver Vorbereitung mit reichlich Testspielen mit den Füßen, blicken mit „gespannter Vorfreude“ (Kothe) dem Drittliga-Comeback beim MTV Großenheidorn (Sa. 19 Uhr Wunstorf, SZ Nordbruch) entgegen.

Den Gastgebern dürfte es ähnlich ergehen. Ebenfalls ein Neuling, der zum dritten Mal in acht Jahren den Sprung in die Drittklassigkeit schaffte, aber 2019 und 2024 postwendend wieder abstieg. „Jetzt wollen wir endlich mal die Klasse halten“, gibt Trainer Martin Lux die Marschroute des Teams vom Steinhuder Meer vor.

Was die Euphorie der Niedersachsen etwas schmälerte, war eine „schlechte Vorbereitung“ mit einigen Verletzungen, von denen der Kreuzbandriss von Linksaußen Jakob Bormann, ein Leistungsträger, die schmerzlichste ist. Dadurch seien die Niedersachsen noch im „Findungsprozess“ d.h. die Integration von fünf neuen Spielern (u.a die Rückraumschützen Jakob Novak und Justus Westerbeck) keineswegs abgeschlossen.

Trainer Wachs hat alle Mann an Bord

Der Edertaler Coach dagegen hatte und hat alle Mann an Bord, kann personell aus dem Vollen schöpfen. Gegen einen physisch starken Gegner, der hauptsächlich auf seine Tempogegenstoßstärke baut. „Ein unangenehmer Gegner“, erklärt Jannis Kothe. Auch oder gerade wegen einer lästigen 5:1-Deckung mit „Spitze“ Valentin Bausch, Motor des MTV-Spiels und bester Torschütze seiner Mannschaft in der Aufstiegssaison (144 Treffer).

Ein Gensunger Gegenmittel: „Wir müssen dem Gegner den Spiegel vorhalten.“ Also Aggressivität und mannschaftliche Geschlossenheit mit Aggressivität und mannschaftlicher Geschlossenheit beantworten. Und die „stetigen Fortschritte“ der Vorbereitung, etwa im Zweikampfverhalten und beim Abschluss auf die Platte bringen.

Allerdings geht Gensungens Rückraumrechter, der den vierten Aufstieg seiner Karriere (den zweiten mit der ESG) hinter sich hat, davon aus, „dass im ersten Spiel noch nicht alles wie am Schnürchen laufen wird“. Die Konsequenz: „Wir müssen über Kampf und Einstellung die Punkte holen.“

Umso wichtiger, als danach zwei dicke Brocken (Vinnhorst und Wilhelmshaven) auf die Edertaler warten. Also könnte das Aufsteigerduell laut des 31-jährigen Linkshänders „durchaus schon ein bisschen richtungsweisend sein“. Zurück im Wettkampfmodus müssen Kothe, Bieber und Co. also umgehend Farbe bekennen. RALF OHM