
34:24 – Gensungen setzt sich in Unterzahl ab – MT II nach der Pause chancenlos
Gensungen – Lukas Voß hielt und hielt und hielt. Drei Mal in zwei Minuten, in denen seine Mannschaft sogar in Unterzahl war. Die ließ sich nicht lange bitten. Veredelte die Paraden des Torwarts der ESG Gensungen/Felsberg. Erhöhte durch Ben Backhaus und Jannis Kothe auf 20:15 (39.). Die Vorentscheidung in einem vor der Pause noch ausgeglichenen Drittliga-Derby, das nun zu einer klaren Sache mutierte.
Denn der Zwei-Meter-Mann im Edertaler Tor war ja gerade erst so richtig heiß gelaufen. Ließ weitere von den Fans gefeierte Glanzparaden, die einen Tempogegenstoß nach dem anderen einleiteten, folgen. „Wir sind an Lukas Voß gescheitert, er hat uns den Zahn gezogen“, bekannte Florian Weiß, Trainer der MT Melsungen II. Was der Hochgelobte nicht so ganz stehen lassen wollte: „Klar war ich im Flow, habe dabei aber auch von einer richtig guten Abwehr profitiert.“ Zur Freude seines Coaches Heinrich Wachs, der seine Defensivabteilung zur „Basis“ des 34:24 (15:13)-Erfolges erklärte.
In der Tat. Als die 6:0-Deckung der Gastgeber nach dem Wechsel Beton anrührte, war`s um die Melsunger Talente geschehen. „Uns fehlte die Cleverness im Zweikampf und Gensungen war richtig gut auf uns eingestellt“, begründete Aufbauspieler Leander Altena die Ladehemmung seines Positionsangriffs, der über zehn Minuten für das erste Tor in der zweiten Hälfte (22:16 durch Andrei) benötigte. Ein kräftezehrendes Anrennen, bei dem der Linkshänder selbst einige der 18 MT-Fehlwürfe produzierte, während sein sonst so quirliger Nebenmann Elias Wöhler bei seinen Durchbruchversuchen immer wieder gestellt wurde.
„Wir haben viel besser als zuletzt verschoben und uns ständig gegenseitig ausgeholfen“, erklärte Edin Fitizovic das Geheimnis der vorzüglichen Gensunger Abwehrarbeit. Wobei der Mittelfeldstratege auch wichtige Impulse im Angriff setzen konnte – nach einer Seelenmassage des Trainerteams in der Pause: „Sie haben mir Mut gemacht, mir die Dinger zu nehmen und in die Tiefe zu gehen.“ Genau das tat der 20-Jährige dann auch, der zuvor noch aus Derbynervösität („Reine Kopfsache“) gezaudert hatte. Traf erst entschlossen selbst (per Doppelschlag zum 17:14), um dann seine „Halben“ Jannis Kothe und Max Bieber effektvoll in Szene zu setzen.
Und verhinderte so, dass der Gegner, wie vor dem Wechsel, noch mal zurückkam. Einen 0:3-Fehlstart genauso wegsteckte wie einen Gensunger 5:0-Lauf zum 9:6 (18.). „Da haben wir den Ball gut laufen lassen“, lobte MT-Coach Weiß seine Schützlinge, die ihre Ballgewinne in der Deckung konsequent für „leichte Tore“ über die erste und zweite Welle nutzten. Um dranzubleiben. An einem Gegner, der zunächst hauptsächlich von Schmidts Durchsetzungsvermögen lebte, ehe Lukas Voß zum Derbyhelden avancierte. Und dabei seine Vorderleute mitriss. „Sie haben sich gegenseitig gepuscht“, beschrieb sein Trainer diese fruchtbare Wechselwirkung.
Die für eine frühe (und klare) Entscheidung sorgte und das Drittliga-Debüt von Max Hermenau, dem in der Schlussphase noch drei Tore gelangen, trübte. „Diese Niederlage tut schon weh“, sagte A-Jugendliche, „trotzdem war’s cool, solch‘ ein Spiel mitzuerleben.“ Ein bitterer Genuss, während die Edertaler ihren dritten Saisonsieg ausgelassen feierten. Denn dieser war fürs Gensunger Handballherz mehr wert als nur zwei Punkte.
Gensungen: Voß (17 P./23 GT.), Goldmann (ab 56., 2/1) – Sonnenschein, Rulff 1, Schmidt 7, Backhaus 5, Otto, Kindl 1, Bieber 3, Damm 3, Bikic, E. Fitozovic 3, Lippold 1, Kothe 6, Garde 3/2, Richter 1/1.
Melsungen: Hüter (8/24), Büde (4/10), Rosenbusch – Altena 3, Reinbold, Prinz 2, Botte 1, Wöhler 2, König 2/2, B. Fitozovic 4, Hillwig 1, Wilfer 2, Kremser, Andrei 2, Duketis 2, Hermenau 3.
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Siebenmeter: 3/4:2/4.
Zeitstrafen: 6:4-Minuten.
Quelle: HNA Homepage