
Gensungen kassiert 23:35-Packung in Hildesheim – Bangen um Backhaus
Hildesheim – Das hatten sie sich anders vorgestellt. Ganz anders sogar. Freudetrunken waren sie im Edertal nach dem 34:24-Kantersieg im Derby über die MT Melsungen II. Da wähnten sich die Handballer des Aufsteigers ESG Gensungen/Felsberg derart gefestigt, dass sie sich eine Chance im Duell beim HC Eintracht Hildesheim einräumten und in der 3. Liga Nord-West nachlegen wollten. Somit hätte die Ernüchterung kaum deutlicher eintreten können, denn der Neuling erlitt mit 23:35 (10:16) Schiffbruch.
„Wir haben vieles von dem, was wir uns vorgenommen hatten, vermissen lassen und haben sie laufen lassen“, musste denn auch ESG-Coach Heinrich Wachs konstatieren. Der sich wie alle Gensunger neben der Aufarbeitung der Niederlage Sorgen um Ben Backhaus machen muss. Denn wegen Knieschmerzen war der Rechtsaußen nicht an Bord. Ein Befund des MRT-Termins folgt in Kürze. Für die Stammkraft begann Jan Hendrik Otto, blieb jedoch torlos. Ab der 34. Minute durfte sich Neuzugang Fynn-Nicolai Saam beweisen und erzielte seine ersten drei Treffer in der 3. Liga.
Während Max Bieber und Franco Rossel angeschlagen ebenfalls im Aufgebot fehlten, war Jona Gruber wieder fit. Und musste als Co-Kapitän mitansehen, wie die Gäste in den ersten elf Minuten überrannt wurden und vorentscheidend mit 3:9 bis zur frühen ersten Auszeit von Wachs (10:39) ins Hintertreffen gerieten. Mit der extrem offensiven 3:2:1-Deckung des HC, die sich situativ als fast an der Mittellinie wartende 3:3-Abwehr entpuppte, kam Gensungen nicht zurecht. „Wir haben die freien Dinger nicht gemacht, ansonsten fand ich die ersten Angriffe nicht so verkehrt“, erklärte der ESG-Coach.
Mehr noch war das Problem die eigene Deckung. Denn vor Derbyheld Lukas Voß, der kein Faktor war, offenbarten die Edertaler einige Lücken, machten keine Extra-Meter. Somit gingen sie ähnlich unter wie im vorangegangenen Auswärtsspiel beim 32:41 bei Lippe II. Der völlig neuformierte Hildesheim-Express konnte so erstmals in dieser Saison richtig Fahrt aufnehmen. Und das, obwohl die Niedersachsen einige Ausfälle hatten. Etwa musste der norwegische Halblinke Lars Oskar Kaaterud wegen eines Blutergusses passen, der im Juni verpflichtet werden konnte, nachdem er zuvor schon beim finanziell gebeutelten Ligarivalen OHV Aurich präsentiert worden war.
Etwas besser wurde es für die ESG mit einem 3:1-Lauf binnen sieben Minuten vor der Pause. In dieser Phase packten Spielmacher Gruber und Michel Richter im Mittelblock beherzt zu, war auf den eingewechselten Rückhalt Moritz Goldmann Verlass, der sechs seiner sieben Paraden im ersten Durchgang zeigte. Da machten die erneut 100 ESG-Fans derart Stimmung, dass sich die Hausherren akustisch steigern mussten. Was sie auch auf der Platte taten, nachdem die Gäste einige freie Würfe wie durch Gruber (34.) liegen ließen und vermehrt technische Fehler fabrizierten – auch durch die Führungsspieler Schmidt und Kothe.
Dadurch hatte Hildesheim lediglich noch die unglückliche Verletzung von Petar Juric (Verdacht auf Bänderriss) zu verkraften (37.). Henning Stöhr und Meeno Carstensen wussten den Ausfall des Abwehrchefs zu kompensieren. Dies veredelte die Eintracht und setzte sich über die erste und zweite Welle sowie mehrfach in Überzahl ab. Gleich zwei Treffer gelangen nach Kempa-Tricks. Nicht zu stoppen war Rechtsaußen Vincent Klepp mit 13 Toren aus 15 Versuchen. „Solche Spiele braucht das Team. Da ist etwas zusammengewachsen“, konnte HC-Trainer Daniel Deutsch mit Fug und Recht behaupten. Gensungen hingegen muss diesen „Tag zum Vergessen“ (Wachs) schnell abhaken. Denn der kommende Gegner ist der verlustpunktfreie Spitzenreiter TuS Spenge (Sa. 19.30 Uhr, Gensungen).
Hildesheim: Krka (19 P./23 GT.), Conrad – Greilich 2, Bahr 5, Juric 1, Ntodonke, Stoehr 4, Kremen 5, Buschhaus 3, Klepp 13/6, Hein 1, Carstensen 1.
Gensungen: Voß (7/21), Goldmann (7/14) – Sonnenschein 1, Rulff, Schmidt 6, Otto, Kindl, Gruber 1, Damm, Bikic 1, Fitozovic 4, Lippold 1, Richter 2, Kothe 2, Garde 2/2, Saam 3.
SR: Julian Fedtke/Niels Wienrich.Z: 935.
Siebenmeter: 6/7:2/3.
Zeitstrafen: 2:12-Minuten.
Quelle: HNA Homepage