
Gensungen/Felsberg mit vier personellen Fragezeichen gegen Loxten
Gensungen/Loxten – Dem Bonusspiel gegen Tabellenführer Spenge, bei dem der ESG Gensungen/Felsberg trotz starker Leistung der Bonus verwehrt blieb, folgt die Pflichtaufgabe: das Aufsteigerduell gegen die Sportfreunde Loxten (Sa. 19.30 Uhr, Kreissporthalle Gensungen). „Die Ausgangslage ist eine andere“, weiß Spielmacher Jona Gruber um den größeren Druck für seine Mannschaft. In der Hoffnung auf den vierten Saisonsieg in der laufenden Drittliga-Saison: „Zu Hause sind wir stabil.“
Trotzdem ein schwieriges Unterfangen. Schließlich reisen die Ostwestfalen als Sechster und mit breiter Brust an. „Neun Punkte nach acht Spielen ist eine richtig gute Ausbeute“, sagt der neue Trainer Tobias Fröbel, der von seinem Vorgänger Thomas Lay eine gewachsene und gut harmonierende Mannschaft übernahm.
Zu spielstarken Eigengewächsen wie den Rückraumrechten Aaron von Ameln (schon 35 Saisontore) und Mittelmann Tom Kalter, Loxtener Urgesteinen wie Rechtsaußen und Kapitän Michael Patzelt sowie Kreisläufer und Abwehrchef Jannis Louis gesellten sich nach dem Aufstieg drei hochkarätige Neuzugänge, die allesamt Bundesligaerfahrung haben: Torwart Jan Wesemann (aus Hildesheim, ehemals Hamm), Regisseur Simon Strakeljahn vom Nachbarn TuS A-H Bielefeld (ehemals GWD Minden) und, kurzfristig für den an der Schulter verletzten Julian Possehl (ehemals Lemgo) verpflichtet, der Rückraumrechte Janko Bozovic (ehemals Füchse Berlin, Gummersbach).
Für den 41-jährigen österreichischen Nationalspieler bereits die 15. Station seiner langen und erfolgreichen Karriere, die eigentlich in Kuweit (bei Al-Suleibikhat SC) ausklingen sollte. Wenig verwunderlich, dass ESG-Trainer Wachs auch wegen ihm vor dem wurfgewaltigen Gäste-Rückraum warnt, der durch die Rückraumlinken Alexej Demerza (36 Tore) und Florian Schöße (39) komplettiert wird. Sein Auftrag an seine Deckung: „Schnell verschieben und früh in die Zweikämpfe kommen.“
In der zweiten Hälfte gegen den TuS Spenge (16:13) gelang das hervorragend. Sogar „ohne Fünf“, was die überragende Defensivleistung inklusive eines Torwarts Voß in Bestform noch aufwertet. „Unsere Kaderbreite zahlt sich aus“, freut sich Gensungens Coach darüber, dass auf seine vermeintlichen Reservisten Verlass ist.
Neuzugang Fynn-Nicolei Saam durfte zum ersten Mal über 60 Minuten ran, nutzte seine (wenigen) Torchancen und ließ hinten nichts anbrennen. Und auf Max Lippold „ist ohnehin immer Verlass“ (Wachs). Beide müssen wohl auch gegen Loxten ran. Zwar kehrt Edin Fitozovic in den Kader zurück, doch der Einsatz von Franco Rossel, Ben Backhaus, Max Bieber und Felix Kindl ist fraglich. Die Sportfreunde aus Versmold reisen dagegen (bis auf Posseld) in Bestbesetzung an, sollten aber keineswegs mit einem frustrierten Gastgeber rechnen.
„Wir haben Spenge trotz der 29:30-Niederlage einen Superkampf geliefert. Auf dieser Leistung können wir aufbauen“, sagt Lukas Voß. Der will diesmal also nicht nur das Torwartduell gewinnen.
Rettung und Aufstieg
Wann ist ein Handballdorf ein Handballdorf? Bei 3000 Einwohner bestimmt, so dass sich Loxten auf jeden Fall so nennen darf. In dieser Hinsicht sind die Sportfreunde aus dem Ortsteil der Stadt Versmold im Kreis Gütersloh, die am Samstag in der Kreissporthalle gastieren, mit Gensungen (ebenfalls 3000 Einwohner) voll auf Augenhöhe.
Nach 12 Jahren Ober- bzw. Regionalliga gelang in der letzten Saison der Sprung in die Drittklassigkeit. Auch mit Hilfe eines 2024 eingesprungenen Großsponsors, der erst als Retter in finanzieller Not und seitdem als verlässlicher Partner auf den Plan trat. Ihm ist wohl die kurzfristige Verpflichtung von Janko Bezovic zu verdanken. Auf den internationalen Star (206 Länderspiele für Österreich), der noch bei der letzten Europameisterschaft auf der Platte stand, dürfen sich nun auch die heimischen Fans freuen.
Quelle: HNA Homepage