
Gensungen kommt bei Lippe II mit 32:41 böse unter die Räder
Augustdorf – Das ist ein herber Dämpfer für die ESG Gensungen/Felsberg. Ein Rückschlag vor dem prestigeträchtigen Derby gegen die MT Melsungen II am Samstag. Beim Team Handball Lippe II kassierte der Aufsteiger in der 3. Liga Nord-West seine höchste Saisonniederlage und ging mit 32:41 (16:21) baden.
„Sie haben viele Zweikämpfe geführt und gewonnen. Wir haben in der Deckung versucht, mit den Höhen zu spielen, aber sie haben immer wieder Lösungen gefunden“, zollte ESG-Coach Heinrich Wachs dem Gegner Respekt. Lippe II operierte meistens mit vier Rückraumspielern, die blitzschnell ihre Positionen wechselten. Flexibilität einer Ausbildungsmannschaft, die den Neuling ganz schön alt aussehen ließ.
Dabei ist es nicht so, dass die Gäste nicht alles gegeben hätten. Die Edertaler gingen durchaus beherzt und aggressiv zur Sache und kassierten mit vier vergleichsweise wenige Zeitstrafen. Wachs wollte für zusätzliche Frische durch Abwehr-Angriffs-Wechsel sorgen. In der ersten Halbzeit hielt Felix Kindl dadurch Jannis Kothe den Rücken frei, nach der Pause tat dies Franco Rossel für Max Bieber. Doch die Richtung, die gab stets das Team von Coach Björn Piontek vor.
Das war bemerkenswert, weil Lippe II als fünften Ausfall kurzfristig Spielmacher Marco Bilanzola zu beklagen hatte. Nach 19 Minuten war das enorm temporeiche Spiel zudem für Moritz Sundermann gelaufen. Der Halblinke kassierte für ein Foulspiel beim Tor zum 11:7 durch Edin Fitozovic die Rote Karte. Eine Zeitstrafe hätte es hier sicher getan – so wie später auf der Gegenseite gegen Magnus Rulff nach einem Stoßen gegen Valentin Weyer beim 29:22 (42.).
„Wir haben das Momentum leider nicht nutzen können, weil wir manchmal von unserem Weg abgekommen sind“, haderte Wachs, während beim Lemgoer Bundesliga-Unterbau die Einwechselspieler sofort einen Mehrwert zu bieten hatten. Der georgische Routinier Zurab Gogava wusste die Deckung zu stabilisieren. Benjamin Bröhl schwang sich auf Halblinks mit fünf Toren vor und weiteren sieben Buden nach der Pause zum Spieler des Tages auf. Ein Aktivposten auf Halbrechts war Lian Struck nicht nur wegen seiner beiden Treffer, sondern weil er trickreich auch Räume für seine Nebenleute schaffte und sie klasse in Szene setzte. Als 16-Jähriger, der im Vorspiel noch mit der A-Jugend der HSG Lemgo mit 35:27 gegen die JSG Köln gewonnen hatte. Mit Paul Hofmann und am Ende Torhüter Willi Wanzek sowie Moritz Ringelkamp setzte Piontek vier A-Jugendliche ein. Große Probleme hatten die Edertaler außerdem mit Len Kehrmann. Das ist der 19-jährige Sohn von Ex-Nationalspieler Florian Kehrmann, der seit 2014 bereits den Erstligisten TBV Lemgo coacht.
Gensungen versuchte, das Tempo der jungen Nordrhein-Westfalen mitzugehen, leistete sich jedoch zu viele technische Fehler. Auch das Risiko mit dem sechsten Feldspieler in Unterzahl wurde von Lippe gnadenlos bestraft. Torhüter Linus Borreck gelangen zum 17:11 (24.) und 25:17 (35.) ebenso Volltreffer ins verwaiste ESG-Tor wie dem umsichtigen Spielmacher Valentin Weyer zum 30:22 (42.). Nadelstiche, die das Team um Kapitän Kothe zusätzlich zermürbten. Bis zu zehn Tore lag Gensungen zurück. Und obwohl Fitozovic in Abwehr wie Angriff ein Gewinn war und zumindest Linksaußen Teja Sonnenschein verlässlich traf, kamen die Gäste nicht ansatzweise mehr in Richtung Spannung zurück. In ein Spiel, aus dem die Edertaler einiges an Lehren ziehen können – um es im Derby gegen die MT II besser zu machen.
Lippe II: Borrek (13 P./30 GT/ 2 Tore), Wanzek (0/2) – Hofmann 1, Struck 2, Weyer 7/2, Kespohl, Sundermann 2, Bröhl 12, Ringelkamp, Bakker 2, Kehrmann 5, Byczek 2, Gogava 1, Stypinksi 5.
Gensungen: Voß (5/17), Goldmann (9/24) – Sonnenschein 4, Rulff 4, Schmidt 4, Backhaus 1, Kindl 1, Bieber 1, Damm 3, Bikic 2, Fitozovic 4, Lippold 2, Kothe 4, Garde, Saam, Rossel 2.
SR: Levermann/Rietenberg (Oerlinghausen/Suchsdorf). Z: 400.
Siebenmeter: 2/2:0.
Zeitstrafen: 4:8-Minuten.
Rote Karte: Sundermann (19., Foulspiel).
Quelle: HNA Homepage