
Gensungen/Vinnhorst – Der Aufstiegsfavorit kommt – und der Außenseiter freut sich drauf. Auf die Herausforderung, auf eine volle Hütte mit bedingungsloser Unterstützung der eigenen Fans. Für Heinrich Wachs, Trainer der ESG Gensungen/Felsberg, ist der TuS Vinnhorst zudem der „ideale Gegner, um uns weiter zu verbessern.“ Natürlich nicht ohne eigene Ambitionen, auch wenn die Früchte gegen den Drittliga-Dritten der letzten Saison ziemlich hoch hängen (Sa. 19.30 Uhr Kreissporthalle Gensungen).
Der aus seinen Zweitliga-Ambitionen keinen Hehl macht. „Unser Ziel ist die Aufstiegsrunde“, bestätigt Guido Stannek. Dazu war der 38:28-Sieg gegen die Ahlener SG, so der Sportliche Leiter der Hannoveraner, „der gewünschte Auftakt“. Mit einer bärenstarken 6:0-Deckung vor einem starken Torwart Glenn Eggert (ehemals Coburg), die frühzeitig (7:1 nach acht Minuten) für klare Verhältnisse sorgte.
Und mit vier hochkarätigen Neuzugängen, die sich noch zurück hielten. Stattdessen trumpften gewohnte Leistungsträger wie Linksaußen Gertges (8) und Kreisläufer Kalafut (7) auf. Drum erkannte der TuS-Macher durchaus „noch etwas Luft nach oben“, was aber nichts daran ändert, dass der Tabellenzweite mit dem Selbstverständnis einer Spitzenmannschaft zum Neuling reist: „Klar stellen wir uns auf einen körperlich robusten Gegner ein, doch gewarnt wird nicht.“
Dabei dürften die Edertaler dem Gast in puncto breiter Brust in nichts nachstehen. Beim 31:28-Erfolg im Aufsteigerduell, der dem MTV Großenheidorn noch schmeichelte, unterstrichen sie gleich im ersten Versuch eindrucksvoll ihre Drittliga-Tauglichkeit. Dabei kam (neben Felix Kindl) mit Magnus Rulff auch einer der vier Neuzugänge zum Einsatz.
Auf den 27-Jährigen dürfte der ESG-Coach ebenso im ersten Heimspiel setzen, auch wenn der Ex-Melsunger zum Auftakt im Schatten des überragenden Julian Damm stand: „Da musste ich mich hinten anstellen.“ Also sorgte der Baunataler klaglos für die nötigen Verschnaufpausen des Routiniers. Gegen Vinnhorst könnte der ehemalige A-Jungend-Bundesligaspieler „mit seinem guten Gespür für die Räume“ (Wachs) eine echte Alternative für den eher klassischen Kreisläufer sein, um den überragenden Mittelblock mit Dominik Kalafut (116 kg, 1,94 m) sowie den Neuzugängen Luis Rodriguez (Hannover-Burgdorf) oder Joshua Thiele (Bergischer HC) müde zu spielen.
Derlei Duelle bahnen sich auch in Gensungens Abwehr an. Und könnten spielentscheidend sein. Ebenso Vinnhorsts brandgefährliche Schützen aus der zweiten Reihe (Mathieu Fenyöh und Fynn Hermeling links sowie Neuzugang Luis Foege und Maurice Lungela rechts), meist von Spielmacher Oliver Nielsen in Szene gesetzt, zu stoppen.
„Wir müssen Sand in ihr Getriebe bringen“, sagt Kapitän Jannis Kothe. Was der Favorit keineswegs gewohnt ist. Bleibt abzuwarten, wie er auf den Fall der Fälle, den der Gastgeber nur allzu gern provozieren möchte (Rulff: „Wir werden alles auf der Platte lassen“), reagieren wird. RALF OHM
Ungleiche Brüder
Vinnhorst ist ein Stadtteil in Hannover, wo der TuS über ein eigenes Sportzentrum verfügt. Nach der bisher einzigen Zweitliga-Saison 2023/24 übernahm der Unternehmensberater Guido Stannek die Sportliche Leitung mit dem Ziel, „die Mannschaft nachhaltig Richtung 2. Liga weiter zu entwickeln.“ Dazu holte der 58-Jährige vor der letzten Spielzeit Trainer Lars Lehnhoff, der zuvor 15 Jahre auf Linksaußen für Hannover-Burgdorf auf Torejagd gegangen war.
Zu seinen Maßnahmen gehörte auch eine Kooperation mit dem „großen Bruder“. Die Idee: die Recken spielen in der ersten und Vinnhorst in der zweiten Liga. Denn: „Das wäre für den Handball-Standort Hannover richtig gut.“ Gut für den TuS ist auf jeden Fall, dass er sich vor der geraden begonnenen Saison mit dem bundesligaerfahrenen Recken Luis Rodriguez verstärkt hat.
Quelle: HNA Homepage