
ESG vergibt 30:27-Führung – Trainer verärgert über „unnötige Niederlage“
Ahlen – Sieben Minuten vor Schluss hing der Himmel in Ahlen für die ESG Gensungen/Felsberg noch voller Geigen. Rückraumspieler Edin Fitozovic hatte gerade das 30:27 erzielt – der Drittliga-Aufsteiger schien auf die Siegerstraße einzubiegen, hatte den zweiten Auswärtssieg in Folge vor Augen. Gab ihm in einer hektischen Schlussphase aber doch noch aus der Hand. „Richtig ärgerlich“, fand das ESG-Trainer Heinrich Wachs. Und ordnete das 34:36 (14:16) folgerichtig als „völlig unnötige Niederlage“ der Edertaler ein.
„Selbst schuld“, suchte auch Kreisläufer Julian Damm – vor dem Spiel von seinen Ahlener Ex-Mannschaftskollegen „herzlich empfangen“ – nicht nach einer Entschuldigung für das finale Scheitern seiner Mannschaft. Die vergab auf der Zielgeraden zu viele Torchancen und leistete sich zudem technische Fehler, die dem Gastgeber wieder Leben einhauchten. Und die insbesondere der überragende Luca Klein clever nutzte.
Etwa zum 31:31-Ausgleich (56.) oder um kurz darauf Jonas Stüber freizuspielen (57., 32:31). Jannis Kothe konnte zwar nochmal zum 32:32 (57.) ausgleichen, doch dann sorgten Maximilian Nowatzki (ins leere ESG-Tor) und Kreisläufer Stüber für die erste Zwei-Tore-Führung der SG nach der Pause (58.). Die diese auch in Unterzahl über die Runden brachte.
Damit blieb die Gensunger Wende unvollendet. Und die Leistungssteigerung nach dem Wechsel unbelohnt. Aus einem 14:16-Halbzeitzrückstand hatten die Gäste innerhalb von fünf Minuten nach Wiederanpfiff eine 19:18-Führung gemacht und danach der Ahlener Abwehr einige Rätsel aufgegeben. Linksaußen Teja Sonnenschein – fünf Tore bei sieben Versuchen – überzeugte mit seiner besten Saisonleistung, Max Bieber als Vollstrecker und im Zusammenspiel mit Kreisläufer Damm, Vince Schmidt mit seinen unwiderstehlichen Durchbrüchen. Und Jannis Kothe hatte neben seinen fünf Treffern auch sieben Assists aufzubieten.
Da schein es verkraftbar, dass die ESG-Abwehr weiterhin Probleme mit dem Ahlener Rückraum um Neuzugang Klein hatte, dessen Einsatz nach Verletzung von den Westfalen mit großen Erwartungen herbeigesehnt wurde. Der Ex-Emsdettener erfüllte sie, harmonierte besonders in der ersten Hälfte bestens mit seinen Nebenleuten und traf selbst wie er wollte. (11/4). Und war zur Stelle, als der Gegner doch noch Schwächen zeigte.
Ein Tritt auf die Euphoriebremse, keine Frage. Schließlich war die ESG nach der Energieleistung gegen Aufstiegsanwärter Wilhelmshaven mit breiter Brust ins Münsterland gefahren. Nun geht es ernüchtert nach Lemgo (Sa. bei Team Handball Lippe II), „wo wir etwas gutzumachen haben“ (Julian Damm).
Gensungen/Felsberg: Voß, Goldmann; Sonnenschein 5, Rulff, Schmidt 7, Bakchaus, Otto 1, Kindl, Bieber 4, Damm 4, Bikic, Fitozovic 4, Lippold, Kothe 5, Garde 3/3, Rossel 1.
SR: Sistermanns/Bier.Z: 640.
Siebenmeter: 4/5:3/4.
Zeitstrafen: 8:6-Minuten