
Gensungen – Das hatte was von Hallenschach. Zunächst. Doch dann wurde es doch noch eine ganz normale Handballpartie. Die ESG Gensungen/Felsberg konnte beides. Und angesichts ihrer Dominanz in der Regionalliga ging auch der 36:21 (15:11)-Erfolg des Tabellenführers gegen die zuletzt so starke Mannschaft des TV Hüttenberg II als „normal“ durch.
Von einem „wichtigen Sieg gegen einen guten Gegner“ sprach ESG-Trainer Welch. Mit der Erkenntnis, „dass wir beide Systeme können.“ Das erste stach in der ersten Viertelstunde (7:2). Die Variante ohne Kreisläufer und mit vier Rückraumspielern, die prächtig harmonierten und wirbelten. „Das hat uns überrascht“, gestand TVH-Trainer Hendrik Schreiber, der mit einer frühen Änderung seiner Defensive reagierte. Aus einem offensiven 6:0 wurde ein 5:1, was dann für Minuten den Gensungen-Express etwas bremsen konnte.
Allerdings saß auch der nächste taktische Zug seines Kollegen. Der setzte fortan auf seine gewohnte Angriffsformation und beorderte Hannes Iffert in die Nahwurfzone. Der hatte augenzwinkernd eigentlich „mit einem gemütlichen Abend gerechnet“. Daraus wurde ein Galaauftritt mit vier Toren vor der Pause. Womit der einzige Hüttenberger Annäherungsversuch (ein 3:0-Lauf zum 10:8 in der 22.) abgewehrt und die Rote Karte für Julian Damm in der 14. Minute kompensiert wurde. „Die Jungs haben mich gesucht“, freute sich der 29-Jährige. Besonders über das gute Zusammenspiel mit Max Bieber, den auch Fynn Welch hervorhob: „Er hat toll Regie geführt.“
Und damit einen Gegner entzaubert, der nach dem Wechsel auf seine gewohnte 3:2:1-Deckung zurückgriff. Genau die, die den Edertalern im umkämpften Hinspiel und davor so oft so arg zu schaffen gemacht hatte. Diesmal nicht. Ein 6:0-Lauf nach der Pause zum 21:11, als die Gäste endgültig am starken Torwart Voß und seinen engagierten Vorderleuten scheiterten und zehn Minuten ohne Tor blieben, sorgte frühzeitig für klare Verhältnisse.
Ohne dass dadurch der Torhunger des Aufstiegsaspiranten gestillt war. „Wir wollen immer über 60 Minuten Gas geben“, erklärte Hannes Garde. Und war selbst mit seinen sieben Toren ohne Fehlversuch, davon ein sehenswerter Doppelpack in der Schlussphase (zum 34:20), das beste Beispiel dafür.
Zusammen mit Max Lippold gelang es dem Linksaußen, den verletzten Teja Sonnenschein eins zu eins zu ersetzen. Der wiederum brauchte für seine fünf Tore nur sechs Versuche und 20 Minuten. „Ich bin gut bedient worden“, gab der gebürtige Eschweger das Lob an seine Nebenleute weiter.
Die präsentierten sich in der Tat spielerisch wie taktisch geläutert. Schüttelten die sonst so lästigen Gegenspieler mit einer hohen Passgeschwindigkeit und großem läuferischen Einsatz einfach ab. Dadurch entstand die Breite, von der auch „Lippi“ profitierte.
„Matze“ Iffert hatte da längst seine Schuldigkeit getan, Nachwuchsmann Luke Unzeitig Platz und es sich wieder auf der Bank gemütlich gemacht. Nach einem durchaus spektakulären Intermezzo.RALF OHM
Weiss und Birk bleiben
Das Trainerteam der ESG Gensungen/Felsberg für die kommende Saison ist komplett. Co-Trainer Gernot Weiss, erst vor der laufenden Spielzeit zu den Edertalern gestoßen, und Torwarttrainer Harald Birk (seit Juni 2024 bei der ESG), sitzen auch in der kommenden Saison auf der Bank des aktuellen Regionalliga-Tabellenführers.
„Die ESG ist mir in kurzer Zeit bereits zu einer Herzensangelegenheit geworden“, begründete Weiss sein weiteres Engagement. Und der langjährige Zweitliga-Torwart möchte in der 3. Liga noch etwas mehr aus seinen Torhütern „herauskitzeln“. Lukas Voß, die aktuelle Nummer eins, Nicola Kowalski und Neuzugang Moritz Goldmann sollen ein „schlagkräftiges Trio“ werden. Auf die kommende Zusammenarbeit freut sich auch der neue Chefcoach Heinrich Wachs, der zur Saison 26/27 den scheidenden Fynn Welch ersetzen wird.
Gens./Felsberg: Voß (13 Paraden/14 Gegentore), Kowalski (ab 44. 6/7); Iffert 4, Pickenhahn, Schmidt 3, Backhaus 3, Otto, Bieber 4, Gruber 2, Damm, Fitozovic 1, Lippold 5, Unzeitig, Kothe 4, Garde 7/3, Rossel 3.
TVH: Knop (4/10), Kaiser (ab 15., 3/13), Wehrum (ab 41., 3/13); K. Stankewitz 1, Mi. Schäfer, Mo. Schäfer, Theiß 1, J. Stankewitz 1, Wrackmeyer 4, Wagner, Mackenrodt, Manfraß 3, Schneider 3, Rüpprich 6/4, Tietböhl 2, Kaiser.
SR: Heinzel/Wieprecht.
Siebenmeter: 3/3:5/4.
Zeitstrafen: 16:10-Min. – Z.: 500.
Rote Karte: Damm (Ge., 14.)
Quelle: HNA Homepage