
Das war ein Ausrufezeichen! Mit 35:16 (15:6) hat Handball-Regionalligist ESG Gensungen/Felsberg den Verfolger TV Groß-Umstadt deklassiert und damit eindrucksvoll seine Ambitionen auf die Meisterschaft und den damit verbunden Aufstieg in die 3.Liga unterstrichen. Nun kommt es zum Spitzenspiel mit dem Tabellenzweiten HSG Groß-Bieberau/Modau. Ein Erfolg wäre ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum angepeilten Ziel.
Die Gäste kommen mit viel Selbstvertrauen im Gepäck. Die HSG hat sich nach anfänglichen Schwankungen spürbar gesteigert und zuletzt vor allem in den Topspielen ihre Qualität unter Beweis gestellt. Dabei ist besonders auffällig, dass die Mannschaft variabler wirkt und je nach Gegner das Tempo anziehen oder bewusst herausnehmen kann.
Seit nunmehr acht Begegnungen ist die Mannschaft von Trainer Thomas Weber ungeschlagen. Und hat sich damit nach dem durchwachsenen Saisonstart, als auf die 28:32-Auftaktpleite gegen Gensungen noch Niederlagen in Petterweil und Obernburg folgten, stabilisiert.
Mit dem ehemaligen Dormagener Zweitliga-Spieler Martin Juzbaric verfügen die Südhessen im Tor über einen starken Rückhalt. Er bildete zuletzt ein sicheres Gespann mit dem jungen Mika Trautmann. Rechtsaußen Kevin Kunzendorf ist mit 121-Treffern zusammen mit Bruchköbels Dennis Weit erfolgreichster Werfer der Liga. Im Schnitt erzielt er 9,31 Treffer pro Partie. Für Torgefahr aus der zweiten Reihe sorgt der Serbe Damjan Jajic (bisher 81 Tore). Dauerbrenner Robin Büttner im rechten Rückraum kommt auf 48 Saisontore. Auf Linksaußen ist Robin Hübscher gesetzt, am Kreis bilden David Lubar und Thomas Becker ein schlagkräftiges Duo.
Die ESG lebt von einer aggressiven, gut verschiebenden Abwehr. Ballgewinne werden konsequent in die erste und zweite Welle getragen; das Umschaltspiel gehört zu den großen Stärken.
Im Positionsangriff setzen die Edertaler auf viel Bewegung ohne Ball und Durchbrüche aus dem Rückraum. Die Gäste dürften versuchen, genau dieses Tempospiel zu unterbinden. Ihre kompakte Defensive, häufig im 6:0-Verbund, zielt darauf ab, das Zentrum zu schließen und den Gegner zu Würfen aus ungünstigen Positionen zu zwingen.
Somit ist alles angerichtet für ein intensives Spitzenspiel. Die Mannschaft von Trainer Fynn Welch wird versuchen, mit hohem Tempo und der Unterstützung der eigenen Fans im Rücken dem Spiel von Beginn an seinen Stempel aufzudrücken. Am Ende dürfte entscheiden, welches Team seine taktischen Vorgaben konsequenter umsetzt und in den entscheidenden Phasen kühlen Kopf bewahrt. Für die Zuschauer verspricht dieses Duell jedenfalls Regionalliga-Handball auf höchstem Niveau.