Gensungen – Manchmal hat ein Spielplan sogar pädagogische Wirkung. Wie die Ansetzung der Partie der ESG Gensungen/Felsberg gegen den TuS Holzheim (Sa. 19.30 Uhr Kreissporthalle Gensungen) am 18. Spieltag der Handball-Regionalliga. Denn: Sie erinnert die Edertaler an ihre Sünden. „Da sind wir das erste Mal auf die Schnauze gefallen“, ist ESG-Trainer Welch das überraschende, ja sensationelle 31:32 im Hinspiel beim Aufsteiger noch gegenwärtig.
Der Anfang vom Ende der Gensunger Aufstiegshoffnungen, denn es folgten vier weitere schwer erklärliche Patzer. Der letzte mit 32:35 beim TV Petterweil – die erste Niederlage gegen die Südhessen überhaupt. Was als Ziel für die letzten neun Spieltage bleibt, ist die Vize-Meisterschaft – natürlich kein motivationaler Ersatz für die Drittliga-Ambitionen vor der Saison.
Zu den aktuellen Problemen, die teilweise chronisch sind, zählen laut Fynn Welch „zu viele unnötige Zeitstrafen“. Dabei schien sein Team geläutert, musste gegen die HSG Rodgau/N.-Roden II nicht einmal auf die Strafbank und spielte eine Woche später 14 Minuten in Unterzahl. Insgesamt kassierte die Mannschaft nach 17 Spieltagen die meisten Zeitstrafen (75) in der Liga.
Kaum zu kompensieren von einer Deckung, die derzeit alles andere als sattelfest ist. Es klemmt, nicht zuletzt wegen Verletzungen, im Mittelblock. Die Torhüter, vereinzelt durchaus mit guten Spielen, gehen in Krisensituationen meist mit unter. Außerdem: Das sonst so gefürchtete Tempogegenstoßspiel hakt. Schwächen, die es aufzuarbeiten und spätestens für die kommende Saison zwecks eines erneuten Anlaufs Richtung 3. Liga abzustellen gilt.
Gegen den Aufsteiger ist erstmal Revanche angesagt. Und Wiedergutmachung. Trotz der Tabellenkonstellation – Zweiter gegen Letzter – kein Spaziergang. „Die werden alles in die Waagschalte werfen“, erwartet der ESG-Coach einen „aggresiven Gegner“. Das bestätigt TuS-Abteilungsleiter André Hoffmeister: „Natürlich sind wir Außenseiter, aber wenn Gensungen schwächelt, sind wir da.“ Wie im ersten Vergleich Rechtsaußen Marco Becker und der Rückraumlinke Lukas Fischer, die zusammen mit 17 Toren dem Favoriten den Garaus machten. Weiterhin kehrt mit Timo Wagner ein Drittliga erfahrener Linkshänder ins Team von Dominik Jung zurück.
Sein Kollege muss wie gehabt auf Jona Gruber und Franco Rossel verzichten, der Einsatz von Teja Sonnenschein und Nino Jedinak ist fraglich. Mehr Spielanteile und mehr Verantwortung soll Luca Pickenhahn bekommen, auch um Torjäger Vince Schmidt – zu häufig Alleinunterhalter beim (erfolgreichen) Abschluss – zu entlasten. Das Trainerduo Welch/Eidam hält große Stücke auf den 19-jährigen Homberger, ein Hoffnungsträger für eine Regionalliga-Zukunft ohne wieder kehrende Rückschläge.
OHM
Quelle: HNA Homepage