
Aufsteiger Gensungen gegen Hagen ersatzgeschwächt vor kniffliger Aufgabe
Gensungen – Vor dem elften Spieltag der 3. Liga ist’s passiert: Die ESG Gensungen/Felsberg steht nach drei Niederlagen in Folge zum ersten Mal in der laufenden Saison unter Druck. Für Kapitän Kothe nicht schlimm. Denn: „Als Aufsteiger muss man mit einer solchen Situation rechnen.“ Aber, so seine Forderung, sie auch „annehmen“. Oder wie ESG-Trainer Heinrich Wachs sagt: „Liefern.“ Am besten schon am Samstag gegen den VfL Eintracht Hagen II (19.30 Uhr, Kreissporthalle), damit der Abstand zu den (drei) Abstiegsplätzen gewahrt bleibt.
„Eine echte Herausforderung“ (Wachs), denn der Gegner reist mit breiter Brust und ohne Druck an. „Wir sind voll im Soll“, kann VfL-Geschäftsführer Schneider nach acht Punkten aus neun Spielen mit Fug und Recht behaupten. Selbst die 31:32-Niederlage gegen den Tabellenzweiten Bielefeld am letzten Spieltag war ein Mutmacher. Innerhalb von nur 62 Sekunden machte die Zweitliga-Reserve in der Schlussphase aus einem 28:31 ein 31:31, um dann mit der Schlusssirene (durch Hansens Siegtor) doch noch auf der Verliererstraße zu landen. „Die Jungs haben Moral bewiesen und vieles gut gemacht“, resümiert Sebastian Schneider, „sodass wir uns auch in Gensungen etwas ausrechnen.“
Überragend: Ben Oliver Srugies, 19-jähriger Halblinker aus Dormagen, der 12 Mal traf und auch ein Anwärter auf die erste Mannschaft ist. „Sehr variabel, sehr zweikampfstark und mit einem Super-Entscheidungsverhalten ausgestattet“, weiß der ESG-Coach um die Stärken des Hagener Neuzugangs, der in der Abwehr ein „Fall“ für Felix Kindl und Edin Fitozovic werden könnte. Weiterhin zeichnet sich die Hagener Offensive, derzeit die zweitbeste der Liga, durch eine „hervorragende Tiefe“ (Wachs) aus, die den Edertalern zuletzt gegen Loxten fehlte. Und die gegen die offensive Deckung der Westdeutschen – ganz auf Ballgewinne ausgerichtet, um das eigene, gefährliche Umschaltspiel zu aktivieren – mindestens genauso vonnöten ist.
„Da müssen wir einfach bessere Entscheidungen treffen“, appelliert Gensungens Trainer insbesondere an seine Spielmacher Jona Gruber, Denny Bikic und Edin Fitozovic. Umso mehr, als Max Bieber weiter ausfällt und mit Jannis Kothe (angeschlagen) ein zweiter Rückraumspieler, der einzige Linkshänder in Gensungens Aufbaureihe, auszufallen droht. Das Fehlen von Rechtsaußen Ben Backhaus hat in den letzten beiden Spielen Fynn-Nicolai Saam hervorragend kompensiert. Mit steigender Leistungskurve. Nach zwei Toren gegen Spenge gelangen dem Linkshänder gar fünf Buden gegen Loxten – ohne Fehlversuch. Dazu gesellte sich eine starke Abwehrleistung. Keineswegs selbstverständlich, musste sich der Neuzugang vom TV Petterweil doch bis dahin hinten anstellen, kam gar mehrmals „nur“ in der zweiten Mannschaft (dreimal) zum Einsatz.
Der Steuerfachangestellte trug’s mit Fassung und ganz viel Spielfreude. „Ich spiele da, wo ich aufgestellt werde“, sagt der Neue. Und genau das zeichnet ihn laut seinem Coach aus: „Fynn ist ein Teamplayer.“ Einer, der in jedem Training an sich arbeitet und dann auf der Platte „sehr fokussiert und mit viel Tordrang“ zur Sache geht. Mittlerweile sind die Edertaler laut Wachs „richtig froh“ über diese Verpflichtung. Zum vollständigen Glück des 23-Jährigen fehlt indes noch ein Sieg. Dazu kann er gegen Hagen Wichtiges beitragen. Nämlich Phil Kauert, den Tempogenstoßspezialisten der Gäste (schon 60 Tore), an die Kette legen und selbst erneut verlässlich einlochen. Also dem Druck standhalten. Und mit der Mannschaft liefern.
Quelle: HNA Homepage