
Schwalm-Eder – Vorhang auf für die 17. Spielzeit der dritthöchsten deutschen Handballspielklasse! Mit dabei in der Staffel Nord-West auch die beiden nordhessischen Vertreter MT Melsungen II und Aufsteiger ESG Gensungen/Felsberg – zwei von insgesamt 16 Teams, von denen die ersten beiden an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teilnehmen werden und die letzten drei absteigen müssen. Insgesamt eröffnen am Wochenende vier 16er Gruppen die neue Drittliga-Saison.
Ohne die Aufsteiger TV Emsdetten und ASV Hamm Westfalen. Zwei (langjährige) dicke Brocken, die der Konkurrenz aus Nordhessen, Ost-/Westfalen, Niedersachsen und Bremen erspart bleiben. Und die Möglichkeit eröffnen, diesmal selbst anzugreifen.
Der TuS Vinnhorst will sie nutzen. „Wir wollen aufsteigen“, sagt Guido Stannek, der Sportliche Leiter des letztjährigen „unglücklichen“ Dritten (nur einen Punkt hinter dem späteren Aufsteiger Hamm). Als einziger, während sich die Konkurrenz mit ihren Ambitionen noch zurückhält. Wohl auch weil die Hannoveraner ihr Aufstiegsziel personell untermauert haben: mit vier hochkarätigen Neuzugängen, davon drei wie die Kreisläufer Joshua Thiele (von Bergischer HC) und Luzis Rodriguez (von Hannover-Burgdorf) mit Erstligaerfahrung.
Schnell lernen und früh liefern
Kein Wunder also, dass vor Saisonbeginn die meisten Konkurrenten die Mannschaft von Trainer Lars Lehnhoff und Torge Johannsen vorne sehen. Auch Arjan Haenen. „Vinnhorst war letzte Saison schon richtig gut und hat sich noch verstärkt“, sagt der Trainer der TSG A-H Bielefeld, der in der letzten Saison Nils Pfannenschmidt nach dessen Rücktritt in der Rückrunde beerbte. Und nach dem fünften Rang der letzten Saison plus einer positiven Wechselbilanz (u.a. mit Torjäger Hark Hansen aus Lemgo) zur vermeintlichen Verfolgergruppe zählt. „Oben mitspielen“ gibt der Ex-Melsunger denn auch als Saisonziel aus, allerdings „ohne Druck“. Denn: „Aufsteigen müssen wir nicht.“
Etwas größer ist da schon die Erwartungshaltung in Hildesheim, trotz eines heftigen personellen Schnitts bei 12 Neuzugänge im 17er Kader. „Unser Ziel ist die Aufstiegsrunde“, erklärt Teammanager Martin Karl. An der nahm die Eintracht zuletzt 2025 teil und kehrt nach dem fünften Rang in der Staffel Nord-Ost in den Nord-Westen zurück.
Auch der Wilhelmshavener HV hegt als Zweitliga-Dauergast Erstligaambitionen. „Mit neun Wilhelmshavener Jungs,“ wie Trainer Christian Köhrmann betont (u.a. die Rückkehrer Levin Stasch und Christoph Braun), der seinen Kader im Vergloeich knapp hinter Vinnhorst („Mein Top-Kandidat“) einordnet. Und auch den Tabellenvierten der letzten Saison, den TuS Spenge, auf der Rechnung hat: „Die Mannschaft ist eingespielt und hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert.“
Kleinere Brötchen backen die beiden heimischen Teams. Ihr (vorrangiges) Saisonziel: der Klassenerhalt. Philip Julius, der neue Leiter Strategie und Leistungsbereich der ESG Gensungen/Felsberg, glaubt gar an eine Zweiteilung der Liga, dass nämlich der Kampf um den Klassenerhalt „schon ab Platz sechs“ beginnt.
Wichtig sei daher der „Faktor Akklimatisierung“. Denn: „Wir müssen schnell lernen und so früh wie möglich liefern.“ Am besten schon im Aufsteigerduell (bei MTV Großenheidorn) zum Auftakt, um dann gegen Meisterschaftsfavorit Vinnhorst bei der Heimpremiere mit breiter Brust aufspielen zu können.
Auch MT-Coach Florian Weiß wünscht sich für seine arg verjüngte Mannschaft „einen guten Start“ gegen die HSG Varel. Als Rückenwind für drei Auswärtsspiele in Folge. Und für das Derby in Gensungen am sechsten Spieltag.RALF OHM
Quelle: HNA Homepage