
Gensungen – Bis 1997 gehörte die Fröhlich Bau AG zum Felsberger Stadtteil Gensungen wie die Burg Heiligenburg oder die Himmelskirche. Gegründet 1895 von Maurermeister Johannes Fröhlich. Erinnerungen daran weckte jetzt Lukas Voß, der Torhüter der Handballer der ESG Gensungen/Felsberg. Dem beim 24:16 (9:8)-Triumph des Regionalliga-Spitzenreiters gegen die HSG Groß-Bieberau/Modau rührte der Gigant derart Beton an, wie es – aus Sicht eines der treuesten Gensunger Fans – früher nur die Fröhlich Bau AG konnte.
Keine Frage, mit seinen 20 Paraden machte Voß den Unterschied aus. In einem ungleichen Duell, dass die Gensunger eigentlich noch höher hätten gewinnen müssen und früher entscheiden können. „Vossi war überragend, auch unser Rückzugsverhalten war gut, so dass der Gegner überhaupt nicht in sein Tempospiel kam. Aber vorne haben wir in der ersten Halbzeit zu viel verballert“, erklärte Fynn Welch. Nach einem auch für den 31-Jährigen besonderen Spiel, nachdem er zuvor entschieden hatte, dass er keinen neuen Vertrag zur kommenden Spielzeit unterschrieben wird, so dass die Edertaler auf Trainersuche sind.
Etwas improvisieren musste Gensungen, weil Kapitän Jannis Kothe kurzfristig angeschlagen nur für wenige Momente auf die Platte konnte. Dadurch begann mit Edin Fitozovic ein etatmäßiger Spielmacher und Rechtshänder im rechten Rückraum. Auf Halblinks startete Vince Schmidt, der sich im ersten Durchgang die meisten Fahrkarten leistete. Knapp vor Ben Backhaus. Bei dem Rechtsaußen durchaus erklärbar, weil er sich früh am rechten Fuß verletzt hatte und nach 16 Minuten durch Hannes Garde ersetzt werden musste. Nach und nach ließen sie allerdings von allen Positionen klare Chancen aus, so dass über 3:0 (9., Garde) und 7:3 (19., Sonnenschein) zur Pause durch Groß-Bieberaus eingewechselten Halblinken Lasse Trautmann zum 9:8 (27.) unnötige Spannung in der Kreissporthalle waberte.
„Die Umstellung auf zwei Kreisläufer hat uns gut getan, Vince hat uns mit seinem Eins-gegen-Eins enorm geholfen und wie wir im Kollektiv mit einem herausragenden Vossi verteidigt haben gegen den besten Angriff der Liga, war einfach nur ein Statement“, erklärte Jona Gruber und lobte seine Nebenleute – sowie die Maßnahmen des Trainers. Zu denen auch zählte, Jan-Hendrik Otto nach der Pause mal wieder auf Rechtsaußen zu stellen. Den 31-Jährigen, der es zuletzt nicht in den Kader geschafft hatte. „Jasse verkörpert alles, was die Mannschaft ausmacht. Er beschwert sich nie und war gleich wieder ein Faktor“, zollte Welch dem 31-Jährigen Respekt. Dem gebürtigen Homberger, seit zehn Jahren im Edertal heimisch, der aus zwei Chancen zwei blitzsaubere Tore erzielte und hinten wichtige Bälle verteidigte.
Gute Werte, die fortan auch seine Nebenmänner zu bieten hatten. Mit einem 4:0-Lauf läutete der Spitzenreiter den deutlichen Heimsieg ein. Dank Julian Damm, der sich den zweiten Ball nicht nehmen ließ. Dank Gruber, dessen Energieleistung ebenso von Erfolg gekrönt war wie der Doppelschlag Schmidts, dessen Tor im Fallen zum 14:10 allein schon das Eintrittsgeld wert war (40.). Nachdem zunächst Kreisläufer Damm und Spielmacher Gruber im Innenblock den Laden zusammengehalten hatte, stand ihnen später Franco Rossel in nichts nach und stellte am Kreis auch noch Sperren. „Nur durch diese Wechsel im Innenblock können wir die Intensität so hoch halten“, konnte Gruber mit Fug und Recht behaupten. Gegen das Quintett mit weiterhin den Kapitänen Iffert und Kothe ist in dieser Saison kein Kraut gewachsen. Und wenn dann auch noch Voß mit gigantischen Reflexen per Fuß und Hand gegen die freien Rivalen seine 2,03 m Körpergröße in eine Quote von 55,55 Prozent ummünzt, wird aus einem Spitzenspiel eben ein ungleicher Kampf.SEBASTIAN SCHMIDT
ESG: Voß (20 P./16 GT.), Kowalski – Iffert 1, Sonnenschein 4, Pickenhahn 1, Schmidt 4, Backhaus 1, Bieber 4, Gruber 2, Damm 2, Fitozovic, Lippold, Garde 3/2, Rossel,Otto 2.
HSG: Juzbazic (14/21), M. Trautmann (3/3) – Jajic 1, Büttner 1, Günther, Schenkel 1, Kunzendorf 5, Lubar 2, Hübscher, König 1, L. Trautmann 4, Weber, Becker.
SR: Puja Karsazy/Stephan Klöckner. Z: 550.
Siebenmeter: 2/3:0.
Zeitstrafen: 8:4-Minuten.
Quelle: HNA Homepage