
Aufsteiger Gensungen/Felsberg gegen Wilhelmshaven erneut hart gefordert
Gensungen – Beim Aufsteiger ESG Gensungen/Felsberg gibt sich gleich in der ersten Saisonphase die Drittliga-Prominenz die Klinke in die Hand. Nach Titelaspirant TuS Vinnhorst, der sich nach harter Gegenwehr der Gastgeber schließlich mit 38:33 durchsetzen konnte, nun Ex-Bundesligist Wilhelmshavener HV (Sa. 19.30 Uhr Kreissporthalle Gensungen), der zumindest die Aufstiegsrunde zur 2. Liga anpeilt.
Genau diese harte Gegenwehr gegen Vinnhorst macht den Edertalern Mut. „Wir brauchen uns vor niemanden zu verstecken“, sagt Rückraumspieler Vince Schmidt, nachdem die ESG fast 45 Minuten auf Augenhöhe mit dem Dritten der letzten Saison agiert hatte. Und der frischgebackene Vater nach einer Fußverletzung und verkürzter Vorbereitung wieder „voll“ da war.
Sich vom Punkt nach zwei verworfenen Siebenmetern von Hannes Garde ohne Nerven präsentierte, mit seinen explosiven Durchbrüchen brillierte und auch in der Deckung, auf ungewohnter Position im Mittelblock, fast nichts anbrennen ließ. „Seine individuelle Klasse können wir gut gebrauchen,“ freut sich Trainer Wachs. Gegen Wilhelmshaven ist Franco Rossel zurück, so dass der 29-Jährige, seit 2016 bei der ESG, wieder auf die Halbposition rücken kann. Wo sein Coach dank des aufstrebenden Felix Kindl eine weitere Option hat.
Einziger Ausfall: Jona Gruber, der wegen einer Oberschenkelzerrung im ersten Heimspiel schon früh passen musste. Die „Gunst der Stunde“ nutzte Denny Bikic als kluger Lenker des Gensunger Positionsangriffs, durchaus mit eigener Torgefahr. Gegen Wilhelmshaven bekommt er es mit einer kompakten 6:0-Abwehr vor dem derzeit gleichstarken Torwartduo Jakub Lefan und Levin Stasch (Rückkehrer von Waiblingen Tigers) zu tun. Allerdings muss Christian Köhrmann wie schon in den ersten beiden Spielen noch auf Abwehrchef Hannes Hertlein verzichten.
Der WHV-Trainer blickt auf einen durchwachsenen Saisonstart zurück. Beim 26:28 gegen Bielefeld war die frühe Rote Karte für den einzigen Kreisläufer Duncan Postel nicht zu kompensieren, ehe in Fredenbeck ein 6:1-Zwischenspurt zwischen der 32. und 46. Minute in einen ungefährdeten 26:20-Auswärtssieg mündete. Dabei war im Rückraum insbesondere auf die abschlussstarken Marek Skwarzynski, holländischer Nationalspieler und Neuzugang aus Habenhausen, sowie Eigengewächs Jan Bennet Behrends Verlass.
„Die beiden werden von den Spielmachern Jonas Schweigart und Matej Kozul immer wieder gut in Position gebracht“, warnt Heinrich Wachs seine Defensive vor den Torjägern. Was indes nichts an seiner kämpferischen Devise ändert: „60 Minuten Vollgas geben und den ersten Heimsieg landen.“ Betonung auf 60 Minuten.
Dauerbrenner des WHV
Nicht ohne Stolz weist Trainer Christian Köhrmann auf „neun Wilhelmshavener Jungs“ in seinem aktuellen Drittliga-Kader hin. Der dienstälteste Wilhelmshavener ist der 46-Jährige selbst, seit 2002 beim Traditionsclub an der Nordwestküste des Jadebusens. Als Spieler erlebte der Linksaußen sechs Erstligajahre mit (bis 2008), wurde 2012 zum Spielertrainer und ist seit 2014 Chef auf der WHV-Bank. „Man wächst in die Sache hinein“, sagt der Bruder von Ex-Nationalspieler Oliver Köhrmann, der in Oldenburg lebt (und geboren ist) und in Wilhelmshaven arbeitet (als Leiter Finanzstab im Bereich Bildung, Sport und Kultur). Natürlich will er mit seinem Herzensverein wieder nach oben: „Wir haben die 2. Liga im Blick.“ Allerdings müsse ein solcher Aufstieg „nachhaltig“ sein. Getragen von Wilhelmshavener Jungs eben.
Von Ralf Ohm
Quelle: HNA Homepage