
Gensungen – Die beiden Trainer brachten es auf den Punkt. „Größtenteils überzeugend“, bewertete Fynn Welch, Coach der ESG Gensungen/Felsbergs den 33:24 (16:11)-Heimsieg des heimischen Handball-Regionalligisten gegen die HSG Pohlheim. Sein Kollege Mario Weber sprach von „zwei Genickbrüchen“ der Mittelhessen, die genau dazu geführt hatten.
Der erste nach zehn Minuten. Bis dahin hatte sein Team die hoch motivierten Edertaler nicht ins Rollen kommen lassen. Mit aufreizend langen Angriffen. Mit einem sicheren Vollstrecker Weinandt, der seine Höhenvorteile gegen Edin Fitozovic konsequent nutzte. Mit „Spitze“ Frenko, der Gensungens zweite Welle unterband und auch den Positionsangriff der Gastgeber (noch) stottern ließ. „Wir waren geladen, aber es hakte noch“, gestand Kreisläufer Iffert.
Bis sein Coach (per Auszeit) eingriff. Den Seinen eine offensivere Abwehr verordnete (Welch: „Wir mussten unseren Torwart mehr unterstützen“) und mit Julian Damm einen echten Impulsgeber brachte. „Er hat zusätzliche Aggressivität in unsere Deckung reingebracht“, erklärte Hannes Iffert.
Auch vorne wurde der Schalter umgelegt. Mehr Tempo, mehr Druck, mehr Tiefe. Und mit der Einwechslung des noch von einem Infekt geschwächten Max Bieber auch zusätzliche Wucht aus der zweiten Reihe. Der Rückraumspieler sorgte mit seinen ersten beiden Treffern dann auch für den Ausgleich (10:10) und die erste Führung (11:10) nach 21 Minuten. „Wir haben unsere Angriffe sehr gut ausgespielt“, konnte Ben Backhaus mit Fug und Recht behaupten. Bester Beleg: ein 5:0-Lauf zur 16:11-Halbzeitführung, zu dem der Rechtsaußen selbst zwei Treffer beitrug.
Vorentscheidung nach 5:0-Lauf
Mit der die Edertaler nach Wiederanpfiff indes recht sorglos umgingen. Erst ließen sich die Pohlheimer nicht abschütteln, dann kamen sie mit ihren gewohnten Stärken (Torben Weinandt) plus zahlreichen Paraden des eingewechselten Joshua Vincent Laudt auf 20:17 (40.) ran. Was Fynn Welch, analog zur ersten Halbzeit, erneut auf den Plan rief.
Mit der gleichen Wirkung. Seine Mannschaft, in der Jona Gruber ein überraschendes Kurz-Comeback feierte, gab wieder Gas, schloss schnell und entschlossen ab und setzte die taktischen Vorgaben in Abwehr und Angriff (u.a. Spiel mit vier Rückraumspielern oder zwei Kreisläufern) so effektiv um, dass nach fünf Toren in Folge zum 25:17 (47.) bereits die Vorentscheidung gefallen war.
Klares Indiz dafür war die folgende Wechsellust beider Trainer. So kamen die 500 Zuschauer in den Genuss der (neuen und jungen) Breite des ESG-Kaders, die der A-Jugendliche Denny Bikic mit zwei blitzsauberen Toren unterstrich. Trotz des letztlich souveränen Sieges war indes nicht alles Gold, was glänzte. Etwa die zwei Stotterphasen im Spiel des Titelaspiranten, die laut Iffert noch „Luft nach oben“ signalisierten: „Wir müssen da schneller die Kontrolle zurück erlangen.“RALF OHM
ESG: Voß (6 Paraden/17 Gegentore), Kowalski (ab 41., 6/7); Iffert 2, Sonnenschein 3, Bikic 2, Schmidt 4, Backhaus 3, Otto, Bieber 6, Damm 3, Fitozovic 2, Lippold, Kirchhoff 1, Kothe 3, Garde 3/2, Gruber 1.
HSG: Schlegel (7/16), Laudt (ab 31., 10/17); Rejab 2, Neul 6/1, Martenstein 1, Dahlhaus 1, Weinandt 8, Glavas, Becker, Frenko 1, Well, Datz, Träger 5.
SR: Ernst/Henkel. Z: 500.
Siebenmeter: 2/2:1/1.
Zeitstrafen: 6:6-Min.
Quelle: HNA Homepage